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Ein paar Worte zu Open Tunings 16. Mai, 2009

Posted by Dennis in Musik, Musiktheorie.
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In letzter Zeit scheint es in der Musikerszene ein wenig ruhiger geworden zu sein, zumindest in den Blogs, die ich mitlese. Grund genug für mich, auch mal wieder etwas musikalisches in meinem Blog zu posten.

Das Thema lautet “Open Tunings” (deutsch: offene Stimmungen)

Was sind Open Tunings?

Unter offenen Stimmungen versteht man Stimmungen von (meistens) Saiteninstrumenten, die stark von der Norm abweichen. Nehmen wir uns einmal die Standardstimmung von E-Bässen vor, so stellen wir fest, dass sie in Quinten gestimmt sind (E A D G). Das hat natürlich den Vorteil, dass eine gewisse Einheitlichkeit besteht, worauf sich viele Bücher und Workshops beziehen können und somit als Standard und grundsätzlich vorhanden vorraussetzen. Außerdem gehen die meisten Skalen (Tonleitern) ziemlich einfach in den Kopf, da man sich ja nur das Grundmuster, d.h. die Fingerbewegung, merken muss.
Hier steckt aber auch gleichzeitig schon wieder der Teufel drin! Es hat nämlich den Nachteil, dass man sich sehr stark an diese Muster gewöhnt. Beim Umstellen auf Open Tunings sind anfangs also Verspieler und schiefe Töne vorprogrammiert.

Warum die Stimmung verändern?

Grundsätzlich eine gute Frage. Ich lebe grundsätzlich nach dem Motto “Never touch a running system”. Wenn es also läuft, lass es laufen und fummel nicht dran rum! Open Tunings bringen allerdings auch einige Vorteile mit. Generell kommt es natürlich drauf an, ob man es wirklich braucht! Setzt euch mit dieser Frage also auseinander, denn das ständige hin- und herstimmen tut den Saiten nicht wirklich gut, belastet den Hals unnötig und sorgt für einen festen Hirnknoten!
Die Vorteile bei Open Tunings sind, dass man sich eine komplett auf sich selbst zugeschnittene Stimmung und somit auch eine komplett eigene Spielweise erstellen kann. Wenn man z.B. viel mit Akkorden arbeitet, würde es durchaus Sinn machen, die D-Saite auf C zu stimmen. Dann braucht man nämlich nur noch einen Finger für die Akkorde, was die Geschwindigkeit oder eventuelle Gliches (Gleiten) begünstigen könnte.

Noch ein Beispiel

Ich habe meinen Harley Benton 6-Saiter letztens einmal gänzlich umgestimmt, von B E A D G C nach E A D E2 A2 D2. Ich habe also die ersten drei Saiten im Bass-Standard gelassen und die folgenden drei Saiten eine Oktave höher gestimmt als die ersten. Warum? Ich wollte mit einer starken Distortion arbeiten und somit eine zweite Gitarre simulieren. Das Ergebnis war tatsächlich besser, als ich angenommen hatte. Wenn die andere Gitarre eine ähnliche Zerre nutzt, klingen die beiden Instrumente wirklich sehr harmonisch zusammen. Wenn wieder ein fetter Basssound gebraucht wurde, konnte ich die Distortion einfach abschalten und auf den tieferen Saiten spielen.
Diese Einstellung bringt natürlich den Vorteil, dass man ggfs. auf eine zweite Gitarre verzichten oder einfach auch mal als Bassist E-Gitarre spielen kann. Nachteil ist jedoch, dass man gewissermaßen nur eine abgespeckte Version von beidem bietet, da man sich selbst in seinem Tonumfang ja kräftig beschneidet (dem Bassisten fehlt mindestens eine, dem “Gitarren-Bassisten” fehlen mindestens drei Saiten). Außerdem muss man immer einen Kompromis zwischen fetten (Bass) und sägendem (Gitarre) Sound finden.
Fazit: Als Effekt sicherlich gut einsetzbar und auch für häusliche Aufnahmesessions bestimmt gut einsetzbar. Für den Bandgebrauch muss man allerdings schon sehr geschickt im Verbauen sein.

Ich hoffe, ich konnte euch die Open Tunings etwas näher bringen und vielleicht auch ein wenig anregen, selbst mal etwas am Tunings rumzuschrauben. Dadurch lässt sich auch die eigene Soundvorstellung erweitern, da man teilweise wirklich auf unbekannte, interessante Kadenzen und Harmonieschemen trifft.

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